Naadam, Rockkonzerte und Events

Mongolen feiern recht gern und schauen selbst an Arbeitstagen nicht auf die Uhr, wenn der Abend mal länger wird.
Wobei der Anlass für eine Veranstaltung und der Inhalt nicht immer das wichtigste sind, im Vordergrund steht oftmals auch einfach die Tatsache, das sich möglichst viele Leute treffen und das etwas los ist, das soll natürlich nicht heißen, dass es dort nur Events gibt die nichts taugen.

Das größte Event der Stadt ist natürlich das Staats-Nadaam am 11. und 12. Juli, wobei man zu den beiden Tagen ruhig die gesamte Woche darum rechnen kann. In dieser Zeit arbeiten eigentlich nur die, die irgendwie mit den Feierlichkeiten zu tun haben. Das Nadaam ist das traditionelle Sommerfest in der Mongolei und es rankt sich um die Wettkämpfe in den drei Nationalsportarten, Ringen, Reiten und Bogenschießen, wobei das Rahmenprogramm drum herum heute mindestens genauso wichtig ist. Es können auch nur wenige beispielsweise die Wettkämpfe der Ringer im Stadion live miterleben und selbst zu den Pferderennen vor den Toren der Stadt können natürlich nicht alle der über eine Millionen Einwohner pilgern, trotzdem feiert man diese Tage überall in der Stadt auf unterschiedliche Weise. Das Nadaam ist auch eine sehr internationale Veranstaltung geworden, nicht von den Teilnehmern, sondern von den Besuchern. Es ist auch ein echtes Medienereignis mit Kamerateams aus aller Welt und es ist ein sehr kommerzielles Unternehmen, mit Sponsoren, Werbung, Preisgeldern usw., dadurch wird die Veranstaltung nicht unbedingt schlechter, aber es sollte keiner denken, der zum Nadaam nach Ulaanbaatar fährt, dass sich dort spontan ein paar Viehzüchter zu einem Pferderennen zusammenfinden.
Die Stadt selbst ist in dieser Zeit in einem Ausnahmezustand, das betrifft den Verkehr zu den Wettkampfstätten genauso, wie die Belegung von Hotels oder die Überbuchungen von Flügen von und nach Ulaanbaatar.

Eine Veranstaltung ganz anderer Art, die aber auch noch internationales Interesse hervorruft ist die jährliche Modeshow Goyol. Während andere mongolische Veranstaltungen in der geografischen Isolation des Landes kaum im Ausland Beachtung finden, konnte man bei der Modemesse von Jahr zu Jahr ein zunehmendes internationales Interesse feststellen. Man kann zwar sagen, dass es daran liegt, dass im Umkreis von zwei, dreitausend Kilometern nichts Vergleichbares stattfindet, aber der eigentliche Grund liegt mit Sicherheit an den interessanten Ideen der mongolischen Designer, die auch in Europa für Aufmerksamkeit sorgen. Mongolische Mode ist gut und wird mittlerweile auch hierzulande bekannt, eine Ausstellung in Berlin und Stuttgart im Jahr 2007 wird sicher dafür sorgen, dass die nächste Goyol 2008 noch mehr ausländisches Publikum anlockt.

Im Sommer bemüht man sich immer einige Rock- und Popkonzerte auf die Beine zu stellen, das Jahr 2006 hatte da mit einigen internationalen Größen Maßstäbe gesetzt, die wurden aber im Sommer 2007 nicht wieder erreicht. Dafür sind dann nationale Bands eingesprungen, die oft auch sehens- oder hörenswert sind. Die Konzerte finden in der Regel als Bezahlveranstaltung im Stadion statt, oder es sind gesponserte Veranstaltungen auf dem Suche Bataar Platz, wo natürlich eine besondere Atmosphäre garantiert ist. Kleinere Veranstaltungen finden eigentlich recht häufig statt, denn die Zahl der Rock und Popgruppen in der Stadt ist nicht unbeträchtlich und alle wollen irgendwie bekannt werden.